Hundehalter, die ihren Hund vegan ernähren, haben vermutlich die besten Absichten, erreichen aber das genaue Gegenteil. Eine rein vegane Ernährung für den Hund ist wissenschaftlich erwiesen falsch, nicht artgerecht und führt langfristig zu erheblichen Gesundheitsproblemen beim Hund. Warum aber füttern Hundehalter trotzdem Ihre Hunde vegan? Es ist ein Trend in der Gesellschaft, dass wir uns zunehmend selbst vegan, vegetarisch oder zumindest fleischreduziert ernähren (wollen). Das Thema Tierwohl, artgerechte Haltung und auch die ethisch und moralische Verantwortung gegenüber dem (Nutz)Tier ist in der Gesellschaft angekommen. Leider werden die eigenen ethisch-moralischen Ansprüche auch auf den Hund übertragen und die Futtermittelindustrie befeuert genau diesen Umstand auch noch mit den „tollsten“ veganen Angeboten für den Hund.
Es wird vermutlich keinen Menschen geben der bestreitet, dass der Hund vom Wolf abstammt. Der Wolf ist aber per Defintion ein Carnivore, also ein Fleischfresser und da der Hund in direkter Linie vom Wolf abstammt, ist auch der Hund, man mag es kaum glauben, ebenfalls ein Fleischfresser. Oft gehörte Argumente für vegane Hundeernährung sind dann „der Hund hat sich an den Menschen und an seine Ernährung angepasst“ oder „der verträgt das Futter richtig gut, der braucht kein Fleisch“.
Ich stelle dann gerne die Gegenfrage ob der Hund denn schon mal eine Karotte gejagt hat? Der Gesichtsausdruck meines Gegenübers ist entweder empört oder entgeistert. Evolutionstechnisch betrachtet müsste die Karotte nämlich – wenn denn die These mit der angepassten Ernährung des Hundes richtig wäre – Beine/Pfoten bekommen haben um zu flüchten, oder aber irgendeinen anderen Schutzmechanismus entwickelt haben.
Hat sie aber nicht !
Der Hund, auch der Hund der vegan ernährt wird, jagt draussen entweder Hasen, Mäuse, Geflügel oder Wild. Er ist von seiner Physis und seinen Instinkten genau darauf programmiert – ein Hund ist ein Jäger und Beutegreifer. Empathie, moralische Bedenken Beute zu jagen oder gar Mitleid, gefangene Beute auch zu töten, hat ein Hund nicht und darf er nicht haben, denn dann würde er schlicht und ergreifend verhungern. Ein Hund jagd nur aus einem einzigen, instinkthaft verankerten Grund – Energiezufuhr. Daran ändert auch die Tatsache einer regelmäßigen Fütterung nichts.
Schaut man sich Körperbau, Gebiss und innere Organe von Hund (Fleischfresser!) und Rind (Pflanzenfresser) einmal an, wird deutlich, dass beide Tierarten für die Verdauung und Verwertung aufgenommener Nahrungsmittel komplett unterschiedlich veranlagt sind. Alleine der Magen-/Darmtrakt eines Hundes weist gravierende Unterschiede z.B. zum Rind auf. Der Hund hat einen Magen, das Rind hat vier Mägen. Der Darm des Hundes ist ca. 4 mal so lang wie der Hund selbst, der Darm des Rinds ist ca. 27 mal so lang wie das Rind selbst. Schon daran wird deutlich das der Hund auf eine schnelle Energieverwertung durch Fleisch angewiesen ist. Das Rind hat 4 Mägen und einen so langen Darm, weil der pflanzliche Verdauungsvorgang einfach viel zeitaufwendiger ist.
Vor rund 15.000 Jahren begann die Domestizierung des Wolfes zum Hund durch den Menschen. Im Laufe der Zeit hat sich der Hund tatsächlich vom Fleisch- zum Allesfresser entwickelt. Aber, und das ist eine wissenschaftliche Tatsache, auch in den nächsten 1.000 Jahren wird sich der Hund nicht zum Pflanzenfresser entwickeln. Es ist durchaus möglich und sinnvoll die Ernährung des Hundes mit pflanzlichen Bestandteilen zu ergänzen, oder auch mal einen fleischlosen Tag einzuschieben. Es widerspricht aber der Verantwortung die wir gegenüber unserem Hund haben, ihn rein pflanzlich zu ernähren!
Der Hund ist schon von seinem Verdauungsorgan her auf den Verzehr von tierischen Produkten angewiesen und kann einige Kohlenhydrate überhaupt nicht verdauen. Füttert man z.B die bereits oben erwähnte Karotte einem Hund in ganzen Teilen, kommt sie genauso aus dem Hund wieder heraus wie er sie aufgenommen hat – völlig unverdaut. Erst durch raspeln oder pürieren ist der Hund überhaupt in der Lage einige der enthaltenen Nährstoffe zu verarbeiten.
Für den Zellaufbau des Körpers benötigt der Hund wesentliche Aminosäuren, von denen er einige nicht selbst herstellen kann und diese über die Nahrung aufnehmen muß. Einige dieser benötigten Aminosäuren können jedoch nur aus tierischen Proteinen gewonnen werden. Werden diese Aminosäuren aus tierischen Proteinen dem Hund durch vegane Ernährung vorenthalten, können schwere Mangelerscheinungen entstehen.
Aus den, mit der Nahrung aufgenommenen Eiweißen (Aminosäuren), baut der Hund körpereigene Substanz auf wie z.B Sehnen, Muskeln, Hormone, Knorpel, Bindegewebe sowie Enzyme auf. Dabei haben tierische Eiweiße für den Hund als Fleischfresser eine höhere Wertigkeit als pflanzliche Eiweiße. Genau diese tierischen Eiweiße benötigt der Hund zum Aufbau von Körpermasse, für die Herstellung von Hormonen und zur Aktivierung des Fett- und Energiestoffwechsels.
Wenn der Hund über das Futter also keine Aminosäuren mit ausreichender Wertigkeit erhält (und pflanzliche Aminosäuren haben eine geringere Wertigkeit), hat das zur Folge, dass der Hundeorganismus auf die körpereigenen Aminosäuredepots zugreift. Das Ergebnis einer solchen Unterversorgung mit lebensnotwendigen Aminosäuren endet letztendlich mit dem Tod des Hundes.
Das passiert Deinem Hund bei ausschließlich veganer Ernährung. Der Körper geht an die eigenen Reserven, die Folgen:
- Muskelschwund, Untergewicht
- Der pH Wert des Urins steigt; in Folge dessen bilden sich Harnsteine und Blasenentzündungen werden begünstigt
- Schwächung des Immunsystems durch Nährstoffmangel; dadurch erhöhte Infektionsgefahr
- Aus pflanzlichen Rohstoffen wird giftiges Ammoniak produziert; die Folge sind Leber- und Nierenschäden
- Durch den Mangel an L-Carnitin, Lysin und Taurin entstehen Organschäden von denen auch der Herzmuskel betroffen ist
Wer mit diesen, hier nur grob umrissenen Tatsachen, seinen Hund weiterhin vegan füttert handelt unverantwortlich und verstößt auch gegen § 2 des Tierschutzgesetzes.
Dort ist formuliert:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
- Muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen
- …..
- Muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen
Auf den Punkt gebracht ist vegane Hundeernährung tierschutzwidrig.
Aber ganz unabhängig davon solltest Du eines nicht vergessen, Dein Hund liebt Dich und er vertraut Dir. Missbrauche sein Vertrauen nicht, indem Du ihn wissentlich falsch ernährst.
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