warum meine Hunde nicht mit Stöcken spielen…

und was Du darüber wissen solltest

Viele Hunde lieben es, einem geworfenen Stock hinterherzujagen – und viele Menschen sehen darin ein ganz normales Spiel. Auch ich habe früher gedacht: „Das ist doch ganz natürlich – ein Hund, ein Stock, ein bisschen Apportierspaß.“ Doch mit der Zeit habe ich meine Meinung dazu grundlegend geändert. Warum? Weil ich inzwischen zu viele Geschichten über schwer verletzte Hunde gehört habe – und weil ich selbst Hunde betreue, denen das Stockspiel mehr geschadet als genutzt hat.

Die unterschätzte Gefahr: Wenn ein harmloser Stock zur Waffe wird

Was kann denn schon passieren, wenn ein Hund mit einem Stock spielt? Leider mehr, als man denkt. Ein einfach aussehender Ast birgt Risiken, die im ersten Moment gar nicht offensichtlich sind:

  • Verletzungen im Maulraum: Springt ein Hund mit offener Schnauze auf einen hochgeworfenen oder steckengebliebenen Stock zu, kann dieser sich tief in Rachen, Gaumen oder Zunge bohren. Dabei entstehen oft schwer erkennbare, aber sehr schmerzhafte Verletzungen. Es gibt Fälle, in denen ein Stock bis in die Speiseröhre vorgedrungen ist – mit lebensbedrohlichen Folgen.
  • Splittergefahr: Viele Hölzer, besonders trockene oder morsche, splittern leicht. Diese Splitter können sich beim Kauen im Zahnfleisch, im Gaumen oder sogar tiefer im Halsbereich festsetzen. Infektionen sind vorprogrammiert, und nicht selten müssen diese Fremdkörper unter Narkose entfernt werden.
  • Innere Verletzungen: In seltenen, aber tragischen Fällen hat ein Hund sich beim Aufnehmen eines Stocks diesen regelrecht „aufgespießt“ – meist beim Aufprall nach einem Sprung. Dabei kann der Ast in Lunge oder Brustkorb eindringen.
  • Gefahr beim Werfen: Wird ein Stock zu kurz oder zu spitz geworfen, kann er sich beim Aufprall in den Boden bohren – senkrecht, wie ein Pfahl. Läuft der Hund dann ungebremst darauf zu, sind schwere Stichverletzungen oft die Folge.

Warum es so schwer ist, die Gefahr zu erkennen

Das Heimtückische an Stockverletzungen ist: Viele davon sind äußerlich kaum sichtbar. Ein Hund, der gerade noch fröhlich apportiert hat, wirkt plötzlich schlapp oder beginnt zu speicheln. Erst später treten Symptome wie Husten, Fieber, Schmerzen beim Schlucken oder einseitiges Kauen auf. Leider wird dann oft erst viel zu spät erkannt, dass ein kleiner, harmloser Ast die Ursache ist.

Tierärzte berichten immer wieder, dass Stockverletzungen schwer zu diagnostizieren sind – und dass sie zum Teil intensive chirurgische Eingriffe erfordern. Selbst mit Röntgen oder Ultraschall ist ein tiefsitzender Holzsplitter nicht immer leicht zu finden.

Was ich stattdessen empfehle

Natürlich möchte ich meinen Hunden den Spaß am Apportieren nicht nehmen – aber es gibt sichere Alternativen:

  • Apportierspielzeuge aus Gummi oder Kunststoff, die speziell dafür entwickelt wurden und keine Splittergefahr bieten.
  • Dummyspielzeug, das schwimmfähig, robust und zahnschonend ist.
  • Oder einfach gemeinsame Bewegung ohne Wurfspiele – z. B. durch Schnüffelspiele, Zerrspiele oder gemeinsames Joggen.

Fazit

Ich lasse meine Hunde nicht mit Stöcken spielen, weil ich ihre Gesundheit schützen möchte. Ein einfacher Ast kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden – das ist ein Risiko, das ich nicht eingehen will.

Wenn Du also das nächste Mal im Wald unterwegs bist und Dein Hund erwartungsvoll vor einem Stock steht – überleg Dir, ob es nicht eine bessere, sicherere Alternative gibt. Dein Hund wird es Dir danken – auch wenn er es nicht in Worten sagen kann.


Wenn Du Fragen zu sicheren Spielalternativen oder zum richtigen Hundespielzeug hast – sprich mich gerne an.

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